Dame Adela
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Lady Adela Jaff, auch bekannt als Adela Khanem, war eine prominente kurdische Herrscherin des Jaff-Stammes und eine der ersten bekannten weiblichen Anführerinnen in der Geschichte Kurdistans. Sie wurde um 1847 in Sanandaj, der zweitgrößten Stadt im iranischen Kurdistan, als Kind der aristokratischen Familie Sahibqeran geboren, heiratete den kurdischen König Osman Pascha Jaff und regierte in seiner Abwesenheit vom Hauptquartier in Halabja aus.
Lady Adela übte erheblichen Einfluss auf die Angelegenheiten des Jaff-Stammes in der Sharazor-Ebene aus. Während des Ersten Weltkriegs, als die Briten in den deutsch-osmanischen Irak einmarschierten und die kurdische Autonomie anstrebten, spielte Lady Adela eine entscheidende Rolle. Sie verteidigte britische Gefangene, bot ihnen Zuflucht und Unterstützung, was ihr den Titel „Khan-Bahadur“ und den Spitznamen „Prinzessin der Tapferen“ von Major Fraser einbrachte. Diese Unterstützung hielt auch nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1909 an.

Der Jaff-Stamm, bekannt für seinen Jaffi-Dialekt als Teil des Sorani-Zweigs der kurdischen Sprachfamilie, führte ursprünglich ein nomadisches Leben, stellte dann aber auf die Landwirtschaft um. Sie galten als einer der gebildetsten und intellektuellsten Stämme unter den Kurden.
Die britische Politikerin und Schriftstellerin Gertrude Bell beschrieb Lady Adela 1921 in einem Brief und betonte ihre Rolle als mächtige und faszinierende Anführerin. Major Soane pries Lady Adela in seinem Buch „To Mesopotamia and Kurdistan in Disguise“ als einzigartige Frau im Islam und hob ihre Machtausübung und die Umgestaltung eines Teils des türkischen Reiches unter ihrer Herrschaft hervor.
Die historische Bedeutung von Lady Adela Jaff liegt in ihrer Führung des Jaff-Stammes während einer entscheidenden Periode, ihrem Bündnis mit den Briten während des Ersten Weltkriegs und ihrer Rolle bei der gesellschaftspolitischen Transformation der von ihr regierten Region.
