Leyla Zana
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Leyla Zana, geboren am 3. Mai 1961 in Silvan, Provinz Diyarbakır, Türkei, ist eine kurdische Politikerin, die für ihr Engagement und ihren Einsatz für die Rechte des kurdischen Volkes bekannt ist. Ihr Leben und ihre politische Karriere waren geprägt von Inhaftierungen, rechtlichen Auseinandersetzungen und internationaler Anerkennung für ihr Engagement für Menschenrechte.
Frühes Leben: Leyla Zana wurde in eine kurdische Familie hineingeboren und heiratete im Alter von 14 Jahren ihren Cousin Mehdi Zana. Mehdi Zana wurde später Bürgermeister von Diyarbakır, bis er nach dem Militärputsch 1980 als politischer Gefangener verhaftet wurde.
Politische Karriere: Leyla Zanas politische Laufbahn begann mit ihrem Engagement für ihren Ehemann Mehdi Zana, der verhaftet wurde. 1987 wurde sie erstmals verhaftet, weil sie an einer Kundgebung gegen Folter teilgenommen hatte. Leyla Zana stieg 1991 in die nationale Politik ein und wurde als Mitglied der Sozialdemokratischen Volkspartei (SHP) in die Große Nationalversammlung der Türkei gewählt. Ihre Vereidigung auf Kurdisch, einer damals im öffentlichen Raum verbotenen Sprache, führte zu Forderungen nach ihrer Verhaftung im türkischen Parlament.
Als Mitglied der Demokratischen Partei sah sie sich rechtlichen Herausforderungen gegenüber, und ihre parlamentarische Immunität wurde ihr entzogen. 1994 wurde sie zusammen mit anderen Abgeordneten verhaftet und des Landesverrats und der PKK-Mitgliedschaft angeklagt. Obwohl sie ihre Unschuld beteuerte, wurde sie zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.
Internationaler Druck und ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2001 führten 2004 zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens. Leyla Zana und andere wurden freigelassen, nachdem ein Staatsanwalt die Aufhebung des früheren Urteils aus formalen Gründen beantragt hatte.
Auszeichnungen und Anerkennung: Leyla Zana erhielt mehrere Auszeichnungen für ihr Engagement für Menschenrechte und die kurdische Sache, darunter:
- Rafto-Preis 1995
- Sacharow-Preis 1995
- Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte 1995
- Ehrenbürgerschaft der Stadt Genf
- Aachener Friedenspreis 1995
Außerdem wurde sie von Amnesty International als gewaltlose politische Gefangene anerkannt.

Spätere politische Karriere: Trotz weiterer Haftstrafen, darunter eine zweijährige Haftstrafe im Jahr 2008 und eine zehnjährige Haftstrafe im Jahr 2009, setzte Leyla Zana ihre politische Karriere fort. 2018 wurde ihr die Parlamentsmitgliedschaft entzogen, und 2021 wurde eine Klage eingereicht, die ein fünfjähriges Verbot für sie und andere Politiker forderte, da sie organisatorische Verbindungen zur PKK hätten.
Filmische Anerkennung: Im Jahr 2002 befasste sich der von Javier Corcuera gedrehte Film „The Back of the World“ eingehend mit Leyla Zanas Inhaftierung und bot eine filmische Erkundung ihrer Erfahrungen und der umfassenderen Probleme im Zusammenhang mit ihrem Aktivismus.
Das Leben von Leyla Zana ist ein Beispiel für die Herausforderungen, denen sich kurdische Aktivisten in der Türkei gegenübersehen, und für ihren anhaltenden Kampf für Menschenrechte und politische Vertretung.
